Youth Policy Dialogue mit Kommissar Piotr Serafin am Collegium Polonicum

Der Youth Policy Dialogue ist eine Initiative der Europäischen Kommission mit dem Ziel, junge Menschen aktiv in den Dialog über die Politik und die Zukunft der Europäischen Union einzubeziehen. Im Rahmen dieser Initiative fand am 23. April am Collegium Polonicum ein Treffen von Studierenden der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) mit Piotr Serafin, EU Kommissar für Haushalt, Betrugsbekämpfung und öffentliche Verwaltung, statt. Die Veranstaltung war mit einer offenen Debatte verbunden.

Die Diskussion umfasste ein breites Spektrum von Themen im Zusammenhang mit dem Funktionieren der Europäischen Union sowie ihrer zukünftigen Entwicklung. Sie begann mit Fragen der europäischen Integration und der Rechtsstaatlichkeit, darunter der Schutz von Steuergeldern und Kohäsionsfonds sowie die Bedeutung grenzüberschreitender Programme wie Interreg. Der Kommissar ging zudem auf die Bekämpfung von Finanzbetrug sowie auf die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden bei der Eindämmung krimineller Aktivitäten ein.

Im weiteren Verlauf der Debatte wurden auch Fragen zur Situation von Staaten außerhalb der Europäischen Union angesprochen, darunter die Ukraine, Moldau und Montenegro. Ein weiterer zentraler Themenkomplex betraf die Sicherheit und die Zukunft Europas. Der Kommissar verwies hierbei auf die zunehmenden Investitionen der Europäischen Union in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Raumfahrt und neue Technologien. Darüber hinaus wurden die Errungenschaften des Programms Erasmus+ sowie der Wiedereintritt des Vereinigten Königreichs in dieses Programm thematisiert.

Während des Treffens teilte Piotr Serafin als gebürtiger Bewohner der Woiwodschaft Lubuskie auch persönliche Reflexionen und betonte die Bedeutung der europäischen Einheit angesichts wachsender euroskeptischer Tendenzen. Mit Bezug auf seine eigenen Jugendjahre ermutigte er junge Menschen zu Offenheit und zu einem bewussten Nachdenken über die Zukunft – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Union. Im Kontext der andauernden Konflikte stellte er fest, dass „Schwäche Aggression provoziert“. Zugleich unterstrich er, dass die Zukunft trotz bestehender Unsicherheiten sowohl Anlass zur Sorge als auch zur Hoffnung gebe und Europa weiterhin „der beste Ort zum Leben“ sei.

Der Besuch bot zudem Gelegenheit zu einem Treffen mit den Leitungen der Universitäten, die das Collegium Polonicum gemeinsam tragen: der Rektorin der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, prof. dr hab. Bogumiła Kaniewska, sowie dem Präsidenten der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Prof. Dr. Eduard Mühle. Wie Kommissar Serafin hervorhob, ist das Collegium Polonicum ein Ort, der das Wesen der Europäischen Union widerspiegelt. Hier bündeln zwei Universitäten erfolgreich ihre Kräfte, um eine gemeinsame europäische Identität zu gestalten.

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